Säule 2

Berufliche Vorsorge (BVG)

Die berufliche Vorsorge (BVG) bildet die 2. Säule der Altersvorsorge in der Schweiz und ergänzt damit die Absicherung des Existenzminimums durch den Staat in Säule 1 (staatliche Vorsorge).

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Aufbau und Ziel von Säule 2

Sämtliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die 21’330 Franken oder mehr (aktueller BVG-Mindestjahreslohn) pro Jahr  verdienen und mindestens 17 Jahre alt sind, sind automatisch in der zweiten Säule versichert. Arbeitgeber sind für den korrekten Versicherungsschutz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Mindestalter 17 Jahre) verantwortlich. 

Finanziert werden die Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgeber gemeinsam. Arbeitgeber ziehen den Beitrag zur Pensionskasse automatisch vom Lohn des Arbeitnehmers ab. Bis zum 24. Lebensjahr decken die Beiträge lediglich die Risiken Tod und Invalidität ab. Erst danach sparen Arbeitnehmer*innen auch für die Altersrente an.

 Die Beiträge setzen sich aus Altersgutschriften, Risikoprämien und Sicherheitsfonds zusammen.

Wer ist ab wann und wie lange beitragspflichtig?

Die Beitragspflicht entsteht, sobald der BVG-Mindestjahreslohn von aktuell 21’330 Franken erreicht ist. Selbstständige können sich freiwillig in öffentlichen oder privaten Pensionskassen bzw. Vorsorgeeinrichtungen versichern. Gleiches gilt für Angestellte, die weniger als den Mindestjahreslohn verdienen - zum Beispiel weil sie in Teilzeit arbeiten. 

Freiwillig versichert?

Achten Sie bei der freiwilligen BVG darauf, dass die Pensionskasse keine ärztlichen Gesundheitsdaten verlangt. Die Aufnahmepflicht ist gesetzlich verankert. Lediglich bei der überobligatorischen BVG kann eine Pensionskasse ihr Veto einlegen und die Aufnahme an gewisse Bedingungen knüpfen. Der Vorbehalt für den überobligatorischen bei nicht völlig Gesunden gilt jedoch maximal 5 Jahre.

Obligatorischer und überobligatorischer Teil

Die Jahreslöhne, die den Mindestjahreslohn übersteigen, aber unter BVG-Obergrenze von 86’040 Franken liegen, sind obligatorisch versichert. Wird diese Grenze überschritten, können freiwillig (überobligatorisch) versichert werden. Der versicherte Lohn berechnet sich aus dem AHV-pflichtigen Jahreslohn abzüglich Koordinationsabzug von 25’095 Franken. Wird die Grenze von 3’585 Franken beim so berechneten versicherten Lohn nicht erreicht, würde dieser auf diese Grenze aufgerundet - also zum Beispiel dann, wenn der AHV-Jahreslohn unter dem Koordinationsabzug liegt.

Was passiert bei einem Stellenwechsel?

Wer seine Arbeitsstelle wechselt, braucht sich keine Sorge um das bereits angehäufte BVG-Altersguthaben machen. Dieses wird von der alten an die Pensionskasse des neuen Arbeitgebers transferiert. Auch Barauszahlungen sind ggfs. möglich - zum Beispiel bei einem Umzug ins Ausland (ausgenommen Umzüge in EU- und EFTA-Staaten).

Vorzeitige Auszahlung auch bei Selbstständigkeit oder Immobilienkauf möglich

Auch wer sich selbstständig macht, kann bereits angespartes Altersguthaben vorzeitig beziehen. Gleiches gilt für Personen, die Wohneigentum zum eigenen Bedarf erwerben möchten. Voraussetzung hier: Der Vorbezug maximal alle fünf Jahre erfolgen. Ab dem 51. Lebensjahr ist das Vorsorgekapital auf die Höhe des Barbezugs beschränkt. Bis zum 50. Lebensjahr kann das komplette Vorsorgekapital genutzt werden. Beim Verkauf des Wohneigentums muss der vorbezogene Betrag rückerstattet werden.

Leistungen in Säule 2

Die BVG erbringt Leistungen bei Invalidität, im Alter sowie im Falle des Todes einer versicherten Person. Lernen Sie die konkreten Leistungen der beruflichen Altersvorsorge in Säule 2 für verschiedene Situationen kennen.

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FAQ - Häufige Fragen und Antworten zur Schweizer Altersvorsorge

Sie haben noch Fragen? Unsere Experten haben stets ein offenes Ohr für Ihr Anliegen und informieren Sie unabhängig über die verschiedenen Möglichkeiten der Altersvorsorge. Nachfolgend haben wir Ihnen eine Reihe von Antworten auf die häufigsten Fragen unserer Klienten zusammengestellt.

Wann kann man sich die Pensionskasse auszahlen lassen?

In der Regel beträgt das Mindestalter für eine Frühpensionierung 58 Jahre. Sofern das Kapital auf einer Freizügigkeitseinrichtung liegt, ist eine Auszahlung frühestens fünf Jahre vor Eintritt in das ordentliche AHV Rentenalter möglich.

Wie gestaltet sich die Altersvorsorge für Selbstständige in der Schweiz?

Für selbstständige Schweizerinnen und Schweizer ist lediglich die erste Säule obligatorisch. In der 3. Säule können Selbstständige frei für ihr Alter vorsorgen. Wichtig: Gemäss Sozialversicherungsanstalt (SVA) gilt nur als “selbstständig”, wer als Einzelunternehmer, Kollektiv- oder Kommanditgesellschafter unmittelbar mit seinen Kunden abrechnet. Tipp: 20 Prozent des Erwerbseinkommens können Sie als Selbstständige*r in Säule 3a einzahlen und von Ihrem zu versteuernden Einkommen abziehen. Der maximal abzugsfähige Betrag liegt bei 34'416 Franken im Jahr.

Welche Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge gibt es?

In Säule 3b sind den Möglichkeiten keinerlei Grenzen gesetzt. Sorgen Sie beispielsweise mit Aktien- oder Immobilienfonds, Wohneigentum oder anderen Investitionen für das Alter vor. In Säule 3a stehen ihnen gebundene Vorsorgeprodukte (Vorsorgevereinbarung und Vorsorgeversicherung) zur Verfügung.

Habe ich ein Anrecht auf die Pensionskasse, wenn ich auswandere?

Ziehen Sie in ein Land ausserhalb der Europäischen Union, können Sie das Kapital aus der Pensionskasse vollumfänglich beziehen. Innerhalb der EU ist der Bezug auf den überobligatorischen Teil beschränkt.

Was bedeutet “überobligatorische Vorsorge”?

Die überobligatorische Vorsorge in Säule 2 geht über die Mindestleistungen hinaus und ist von Pensionskasse zu Pensionskasse verschiedenen. Häufig erfolgt die überobligatorische Vorsorge durch höhere Beiträge für das Alterskapital oder die Invalidenrente.

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