Invalidenversicherung (IV)

Staatliche Absicherung bei Invalidität

Zusammen mit der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) bildet die Invalidenversicherung (IV) die 1. Säule des 3-Säulen-Systems in der Schweiz. Ziel der IV ist es, die Existenzgrundlage von invaliden Menschen zu sichern und diese wenn möglich wieder ins Arbeitssystem einzugliedern.

1000px-Credit_Suisse_Logo
1200px-UBS_Logo_SVG.svg
2000px-Zürcher_Kantonalbank_logo
Logo_der_St._Galler_Kantonalbank
1280px-PostFinance_Logo
Raiffeisen_Schweiz_Logo

Aufbau und Struktur der IV

Die Invalidenversicherung ist durch das IVG (Bundesgesetz über die Invalidenversicherung) gesetzlich verankert und obligatorisch. Jeder Kanton ist für die Umsetzung des IVG selber verantwortlich und unterhält zu diesem Zweck eine IV-Stelle gemäss Art. 54 IVG. Strukturell und organisatorisch ist die IV mit der AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung) verknüpft. Dementsprechend sind Versicherungs- und die Beitragspflicht mit der AHV identisch. Die Beiträge in Höhe von 1,4 % des Lohnes teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Wer ist obligatorisch in der IV versichert?

Die Versicherungspflicht in der IV besteht für alle Schweizerinnen und Schweizer, die ihren Wohnsitz in der Schweiz haben oder dort erwerbstätig sind. Auch Nichterwerbstätige sind obligatorisch versichert. Bei Arbeitslosigkeit werden die Beiträge automatisch vom Taggeld abgezogen.

Invalidenversicherung

Freiwillige Versicherung möglich

Wer Staatsangehörige*r der Schweiz, eines EU- oder EFTA-Staates ist und in einem Land ausserhalb der EU / EFTA wohnt, kann sich freiwillig in der IV versichern lassen. Die Weiterführung der Versicherung beim Wegzug aus der Schweiz kann eine potentielle Kürzung der Rente durch Beitragslücken verhindern. 

Berechnung des Rentenanspruchs

Die Rentenhöhe der IV wird durch den Grad der Invalidität, der Anzahl geleisteter Beitragsjahre sowie dem durchschnittlichen Jahreseinkommen bestimmt. Die maximale IV-Rente beträgt momentan 2370 Franken monatlich. Für die Berechnung und Auszahlung der IV-Rente ist die jeweilige AHV-Ausgleichskasse zuständig.

Invaliditätsgrad Rente
40–49 % Viertelsrente
60–70 % Dreiviertelsrente
70–100 % ganze Rente

Sollten die Bezüge aus der IV oder anderen Sozialversicherungen nicht zur Deckung des Lebensunterhalts ausreichen, werden ggfs. Ergänzungsleistungen erbracht. 

Eine ordentliche Invalidenrente wird dann gezahlt, wenn Versicherte erwerbsunfähig bleiben, weil Wiedereingliederungsmassnahmen die Situation nicht verbessern können.

Was bedeutet “invalide”?

Als im Sinne des IV-Gesetzes invalide gilt, wer durch einen körperlichen, psychischen oder geistigen Gesundheitsschaden erwerbsunfähig (geworden) bzw. unfähig ist, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Das kann auch der Haushalt sein. Ausserdem muss diese Unfähigkeit mindestens ein Jahr (dauerhaft) bestehen.

Pensionierung

Pensionierung: AHV und IV gleichzeitig beziehen?

Im Pensionsalter wird die IV in eine Altersrente (AHV) umgewandelt. Die AHV-Rente ist dann mindestens gleich hoch wie die zuvor bezogene Invalidenrente (Besitzstandsgarantie).

Wiedereingliederung als Priorität

Das primäre Ziel der IV besteht darin, invalide (sowie von Invalidität bedrohte) Personen durch Umschulungen, Weiterbildungskurse, Einarbeitungszuschüsse, Berufspraktika oder Hilfsmittel in den Arbeitsprozess einzugliedern. Welche Massnahmen erfolgen, hängt vom Einzelfall und der jeweiligen Erfolgsaussicht ab. Die Kosten werden von der IV übernommen.

Bei der (Wieder)eingliederung in den Arbeitsprozess ist die aktive Mithilfe der Betroffenen gefragt, um etwaige Leistungsansprüche nicht zu verwirken. So kann die zuständige IV-Stelle u.a. die Rente kürzen, wenn Versicherte sich den Massnahmen verweigern.

Was ist die IV-Früherfassung?

Im Zuge der Früherfassung wird die Invalidenversicherung präventiv tätig. Im Idealfall kann der Eintritt einer Invalidität (dauerhafte Erwerbsunfähigkeit) so verhindert werden. 

Die Meldung ist frühestens nach 30 Tagen ununterbrochener Arbeitsunfähigkeit oder bei sich häufig wiederholenden Kurzabsenzen innerhalb von 12 Monaten möglich.

Meldeberechtigte Personen / Stellen sind:

  • der / die  Versicherte oder eine gesetzliche Vertretung,
  • Familienangehörige, die im gleichen Haushalt leben,
  • Arbeitgeber der betroffenen Person,
  • behandelnde Ärzte oder Ärztinnen sowie  Chiropraktoren,
  • Krankentaggeldversicherer und Unfallversicherer,
  • die Einrichtungen der beruflichen Vorsorge,
  • die Arbeitslosenversicherung, Sozilalhifeorgane sowie die Militärversicherung.

IV-Anmeldung: Wie erhält man Leistungen?

Um die IV-Rente bzw. entsprechende Leistung zwecks Wiedereingliederung zu erhalten, benötigt die IV-Stelle im Wohnkanton des/der Versicherten eine IV-Anmeldung. Das entsprechende Formular ist bei den IV-Stellen, den Ausgleichskassen und online erhältlich. 

Der IV-Anspruch kann sowohl von der versicherten Personen oder einem gesetzlichen Vertreter als auch durch eine betreuende Behörde (oder Person) angemeldet werden. 

Wichtig: Der oder die Betroffene (Versicherte) muss die IV-Anmeldung eigenhändig unterschreiben.

1 Step 1

Sie haben Fragen? Lassen Sie sich kostenlos beraten!

keyboard_arrow_leftPrevious
Nextkeyboard_arrow_right

Aktuelles aus unserem Magazin

Säule 3a Geld frühzeitig beziehen Vorbezug

Säule 3a vorzeitig auflösen: Wann möglich?

Die Säule 3a ist die perfekte Ergänzung zu der staatlichen und beruflichen Vorsorge in den Säulen 1 und 2. Vorsorgelücken lassen sich durch entsprechende Vorsorgevereinbarungen oder Vorsorgeversicherungen effektiv schliessen. Auch für Selbstständige mit mittlerem Einkommen ist die gebundene Vorsorge oft lukrativer als ein Einkauf in die Pensionskasse – eine Ergänzung ist die steuerlich begünstigte Vorsorge …

Säule 3a vorzeitig auflösen: Wann möglich? Read More »

Pensionskassenguthaben frühzeitig beziehen Vorbezug

Pensionskasse: BVG-Guthaben (Säule 2) vorzeitig beziehen – wann möglich?

Ein ordentlicher Bezug der BVG-Rente ist erst nach Erreichen des Rentenalters vorgesehen. Hier haben Sie die Wahl, on Sie das Guthaben als Kapital beziehen oder sich eine monatliche Rente auszahlen lassen. Viele Pensionskassen erlauben ihren Versicherten jedoch, das Guthaben ab dem vollendeten 58. Lebensjahr zu beanspruchen – mit Abzügen zwischen 3 und 5 % pro …

Pensionskasse: BVG-Guthaben (Säule 2) vorzeitig beziehen – wann möglich? Read More »

Rente oder Kapitalauszahlung des BVG-Guthabens Säule 2

Monatliche Rente oder Kapitalauszahlung?

Steht die Pensionierung ins Haus, sollte folgende Frage zeitnah beantwortet werden: “Möchte ich die PK-Rente als einmalige Kapitalauszahlung oder lieber als lebenslange monatliche Rente erhalten?” Wir möchten Sie bei der Beantwortung unterstützen. Denn da es je nach Pensionskasse eine Frist von bis zu drei Jahren zu beachten gibt, sollten Sie mit einer Entscheidung nicht zu …

Monatliche Rente oder Kapitalauszahlung? Read More »

Teilpensionierung als Alternative zur Frühpensionierung

Teilpensionierung: Alternative zur Frühpensionierung

Eine Frühpensionierung, ohne dass Invalidität der Grund wäre, ist teuer. Wer beispielsweise zwei Jahre früher vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters (64 Jahre bei Frauen und 65 Jahre bei Männern) in Rente geht (der früheste Zeitpunkt), erhält den rest des Lebens eine um 13,6 % gekürzte AHV-Rente (6,8 % pro vorbezogenem Jahr). Die obligatorischen AHV-Beiträge sind …

Teilpensionierung: Alternative zur Frühpensionierung Read More »

Finanzielle Freiheit im Alter

Frühpensionierung: alle Infos für Schweizerinnen und Schweizer

Den Job frühzeitig kündigen und Rente beziehen: Wann ist das möglich, kann ich mir das leisten, wie lassen sich etwaige Rentenlücken schliessen und gibt es Alternativen? Fragen, die wir Ihnen an dieser Stelle gerne beantworten möchten. AHV-Rente vorzeitig beziehen: Worauf kommt es an? Das ordentliche Rentenalter in der Schweiz liegt für Frauen bei 64 und …

Frühpensionierung: alle Infos für Schweizerinnen und Schweizer Read More »

Jetzt Beratung anfordern!

1 Step 1
Was beschreibt Ihre Situation am ehesten?
keyboard_arrow_leftPrevious
Nextkeyboard_arrow_right
Altersvorsorge Schweiz Berater (1)

Haben Sie Fragen? Unsere Experten sind persönlich für Sie erreichbar - unverbindlich und unabhängig.

Telefonische Expertenberatung
Hotline: 0800 450 550
info@altersvorsorge24.ch

FAQ - Häufige Fragen und Antworten zur Schweizer Altersvorsorge

Sie haben noch Fragen? Unsere Experten haben stets ein offenes Ohr für Ihr Anliegen und informieren Sie unabhängig über die verschiedenen Möglichkeiten der Altersvorsorge. Nachfolgend haben wir Ihnen eine Reihe von Antworten auf die häufigsten Fragen unserer Klienten zusammengestellt.

Wann kann man sich die Pensionskasse auszahlen lassen?

In der Regel beträgt das Mindestalter für eine Frühpensionierung 58 Jahre. Sofern das Kapital auf einer Freizügigkeitseinrichtung liegt, ist eine Auszahlung frühestens fünf Jahre vor Eintritt in das ordentliche AHV Rentenalter möglich.

Wie gestaltet sich die Altersvorsorge für Selbstständige in der Schweiz?

Für selbstständige Schweizerinnen und Schweizer ist lediglich die erste Säule obligatorisch. In der 3. Säule können Selbstständige frei für ihr Alter vorsorgen. Wichtig: Gemäss Sozialversicherungsanstalt (SVA) gilt nur als “selbstständig”, wer als Einzelunternehmer, Kollektiv- oder Kommanditgesellschafter unmittelbar mit seinen Kunden abrechnet. Tipp: 20 Prozent des Erwerbseinkommens können Sie als Selbstständige*r in Säule 3a einzahlen und von Ihrem zu versteuernden Einkommen abziehen. Der maximal abzugsfähige Betrag liegt bei 34'416 Franken im Jahr.

Welche Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge gibt es?

In Säule 3b sind den Möglichkeiten keinerlei Grenzen gesetzt. Sorgen Sie beispielsweise mit Aktien- oder Immobilienfonds, Wohneigentum oder anderen Investitionen für das Alter vor. In Säule 3a stehen ihnen gebundene Vorsorgeprodukte (Vorsorgevereinbarung und Vorsorgeversicherung) zur Verfügung.

Habe ich ein Anrecht auf die Pensionskasse, wenn ich auswandere?

Ziehen Sie in ein Land ausserhalb der Europäischen Union, können Sie das Kapital aus der Pensionskasse vollumfänglich beziehen. Innerhalb der EU ist der Bezug auf den überobligatorischen Teil beschränkt.

Was bedeutet “überobligatorische Vorsorge”?

Die überobligatorische Vorsorge in Säule 2 geht über die Mindestleistungen hinaus und ist von Pensionskasse zu Pensionskasse verschiedenen. Häufig erfolgt die überobligatorische Vorsorge durch höhere Beiträge für das Alterskapital oder die Invalidenrente.

Call Now Button Scroll to Top