Ergänzungsleistungen (EL)

Unterstützung bei zu niedrigen Einkommen / Renten

Wenn Einkommen und Renten nicht ausreichen, um die minimalen Lebenskosten zu decken, helfen die sogenannten Ergänzungsleistungen zur AHV und IV. Erfahren Sie, wann ein Anspruch besteht und wo Sie die Ergänzungsleistungen (EL) beantragen.

Anrecht auf EL

Um Ergänzungsleistungen zu erhalten, müssen naturgemäss gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. So wird von Antragstellern gefordert, dass sie:

  1. ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthaltsort in der Schweiz haben.
  2. Anspruch auf eine Alters-, Hinterlassenen- ODER (nach Vollendung des 18. Lebensjahres) Invalidenrente haben ODER für mindestens sechs Monate ein IV-Taggeld erhalten ODER eine Hilflosenentschädigung bekommen.
  3. weniger als 100’000 Franken (Alleinstehende) oder 200‘000 Franken (Ehepaare) oder 50’000 Franken (Kinder mit Anspruch auf eine Waisenrente oder eine Kinderrente der AHV oder IV) Vermögen besitzen. Selbstbewohntes Wohneigentum wird nicht als Vermögen angrechnet.

Ausländer/innen haben dann Anspruch auf EL, wenn sie bereits seit mindestens zehn Jahren ohne Unterbrechungen in der Schweiz wohnhaft sind. Bei Staatenlosen und Personen mit Flüchtlingsstatus verringert sich diese Grenze auf fünf Jahre. Wer einem EU- oder EFTA-Mitgliedstaat angehört, muss keine Fristen beachten.

Berechnung: Wie hoch fallen die Ergänzungsleistungen aus?

Die Höhe der jährlichen Ergänzungsleistung ergibt sich aus der Differenz von anerkannten Ausgaben und anrechenbaren Einkünften. Bei den anrechenbaren Beträgen wird zwischen Personen, die im Heim leben und solchen, die zu Hause leben, unterschieden. Die simple Rechnung lautet:

Ergänzungsleistungen = anerkannte Ausgaben - anrechenbare Einnahmen

Anerkannte Ausgaben 
  1. Berufsauslagen bis zur Höhe des Bruttoerwerbseinkommens
  2. Unterhaltsbeiträge im Sinne des Familienrechts
  3. AHV, IV und EO Beiträge
  4. Unterhaltskosten für Gebäude sowie Hypothekarzinsen, die unter dem Bruttoertrag der Liegenschaft liegen
  5. Pauschalbetrag für die obligatorische Krankenversicherung (Grundversicherung) - entspricht der tatsächlichen Prämie, maximal jedoch der kantonalen oder regionalen Durchschnittsprämie

Für zu Hause lebende Personen, werden zudem folgende Ausgaben anerkannt: 

  1. der allgemeine Lebensbedarf pro Jahr (z. B. CHF 19 610.– für Alleinstehende und 29 415.– für Ehepaare zzgl. festgelegte Beträge pro Kind)
  2. der Mietzins pro Jahr sowie die damit verbundenen Nebenkosten der selbstbewohnten Wohnung bzw. der Eigenmietwert einer selbstbewohnten Liegenschaft

Folgende Ausgaben werden ausserdem anerkannt, wenn Antragsteller im Heim oder im Spital leben

  1. Tagestaxe (je nach Kanton gilt ein Höchstbetrag)
  2. Kosten für persönliche Auslagen (z. B. Produkten für die Körperhygiene, Zeitungen, Steuern, Kosten für Kleider etc.) gemäss kantonalem Maximalbetrag
Welche Einnahmen werden angerechnet?

Voll als Einkommen angerechnete Einnahmen:

  • AHV und IV Renten sowie Leistungen der Pensionskasse, der Militär- oder Unfallversicherung sowie ausländischer Sozialversicherungen
  • Vermögenserträge (z. B. Zinsen, Miete, Untermiete, Pacht, Nutzniessung)
  • Eigenmietwert der selbstbewohnten Wohnung oder des selbstbewohnten Hauses
  • Unterhaltsbeiträge (z. B. Alimente) im Sinne des Familienrechts
  • Ersatzeinkünfte (Taggelder der Krankenkasse, der Invalidenversicherung, der Arbeitslosenversicherung oder der Unfallversicherung)
  • wiederkehrende Leistungen von Arbeitgebern
  • Erwerbseinkommen (bei Personen, die ein IV-Taggeld beziehen)
  • Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist
  • der Verzehr des Vermögens (Anteil des Vermögens)

Das Erwerbseinkommen wird nur teilweise angerechnet. Hier gilt: 

Berufsauslagen, Sozialversicherungsbeiträge und ein jährlicher Freibetrag von 1’000 Franken bei Alleinstehenden und 1'500 Franken bei Ehepaaren) wird komplett abgezogen. Der Rest wird lediglich zu zwei Dritteln als Einkommen angerechnet. Kann bei nichterwerbstätigen Ehepartnern eine Erwerbstätigkeit erwartet werden, so wird ein hypothetisches Einkommen zugrunde gelegt.

Verwandtenunterstützungen, öffentliche oder private Leistungen der Fürsorge und Sozialhilfe, Hilflosenentschädigungen der Sozialversicherungen (mit Ausnahmen bei Heimaufenthalt), Stipendien und andere Unterstützungsbeiträge für die Ausbildung werden NICHT als Einkommen angerechnet.

Ergänzungsleistungen AHV

Sollte ein Ehepartner im Heim leben, so wird die jährliche EL separat für den jeweiligen Ehegatten errechnet. Anrechenbare Einkünfte und gemeinsames Vermögen der Eheleute werden beiden Ehegatten 1:1 zugeschrieben.

Verändern sich Einnahmen oder Vermögen einer Person binnen eines Kalenderjahres in erheblichem Masse, werden die Ersatzleistungen entsprechend angeglichen. Persönliche und wirtschaftliche Veränderungen müssen EL-Empfänger den EL-Stellen umgehend melden. 

Tipp: Auf ihrer Website stellt die Informationsstelle AHV/IV eine Reihe von Merkblättern bereit. Darin enthalten sind noch tiefgehendere Informationen, die an dieser Stelle den Rahmen sprengen würden - beispielsweise zu einzelnen (Frei)Beträgen.

Antrag und Prüfung

Bis auf die Kantone BS, GE und ZH sind die kantonalen Ausgleichskassen für die Ergänzungsleistungen zuständig. Die Kontaktdaten der jeweiligen Amtsstellen finden Sie als Übersicht auf der offiziellen Internetpräsenz der AHV/IV.

Jährliche Ergänzungsleistungen zur Deckung der minimalen Lebenskosten

Die jährlichen Ergänzungsleistungen werden MONATLICH ausbezahlt und helfen Versicherten weiter, deren Rente oder Einkommen nicht zur Deckung der minimalen Lebenskosten ausreicht.

Erstattungen von Krankheits-, Behinderungs- und Zahnbehandlungskosten

Wer Anspruch auf jährliche Ergänzungsleistungen hat, kann sich zusätzlich Krankheits- und Behinderungskosten rückerstatten lassen, wenn diese nicht durch eine andere Versicherung gedeckt sind.

Zusätzliche Rückerstattung einzelner Kosten 

Folgende Kosten können sich Personen, die einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen der AHV/IV haben, zusätzlich erstatten lassen (genauere Informationen zu den zu vergütenden Krankheitskosten erhalten Sie bei den EL-Stellen der jeweiligen Kantone):

  • Kosten für zweckmäßige zahnärztliche Behandlungen
  • Kosten für Bade- und Erholungskuren sofern ärztlich verordnet
  • Kosten für Pflege, Hilfeleistungen und Betreuung zu Hause oder in Tagesstätten
  • Kosten in Höhe von max. Fr. 1000.-- für die Beteiligung an der Krankenkasse
  • Kosten für die Beförderung zum naheliegendsten Behandlungsort
  • Kosten für eine unabdingbare Diät
  • Kosten für Hilfsmittel

Innerhalb von fünfzehn Monaten im Anschluss an die Rechnungsstellung muss die Rückerstattung der oben genannten Kosten bei der jeweiligen EL-Stelle beantragt werden. Die Kosten können ausschliesslich für das Jahr des Kaufs bzw. der jeweiligen Behandlung geltend gemacht werden. Die Kostenübernahme erfolgt bis zu folgenden jährlichen Maximalbeträgen:

  • Fr. 25 000.-- für Alleinstehende Personen
  • Fr. 50 000.-- für Ehepaare
  • Fr. 6 000.-- für Heimbewohner

Die jeweiligen Kantone können jedoch höhere Beträge festlegen.

Wichtig: Pflichten beachten!

Wenn Sie Ergänzungsleistungen beziehen, müssen Sie der zuständigen EL-Stelle sämtliche Änderungen Ihrer persönlichen bzw. wirtschaftlichen Situation unaufgefordert und ohne Verzögerung melden. Tun Sie dies nicht oder sind die Angaben falsch, wird die EL-Stelle gegebenenfalls Leistungen zurückfordern. 

Ergänzungsleistungen AHV (4)
Meldepflichtige Änderungen
  • Adressänderungen
  • Mietzinsänderungen
  • Beginn oder Ende einer Erwerbsarbeit
  • Erhöhung einer Leistung des gegenwärtigen oder früheren Arbeitgebers, einer Pensionskasse oder Vorsorgeeinrichtung
  • Erbschaften, Schenkungen, Vermögensabtretungen
  • Liegenschafts- und Grundstücksverkauf
  • Ein- und Austritte Spital und Heim
  • Beginn von regelmässigen Leistungen einer Krankenkasse

Privat vorsorgen und unbeschwert Leben

Bewahren Sie sich Ihren Lebensstandard im Alter, bauen Sie sich ein kleines (oder auch grosses) Vermögen auf und sichern Sie Hinterbliebene nachhaltig ab. Setzen Sie beispielsweise auf steuerlich privilegierte Vorsorgeprodukte in Säule 3a. Besonders flexibel bleiben Sie mit freien Vorsorgelösungen (Säule 3b) - zum Beispiel einer Altersvorsorge mit Wohneigentum. Unsere Experten vergleichen gemeinsam mit Ihnen die Angebote verschiedener Banken und Versicherungen. Unser Ziel: Eine Vorsorgelösungen, die genau auf Ihre Bedürfnisse und Ziele abgestimmt ist.

Beratung  - Vergleich - Abschluss

Wir beraten Sie umfassend und unabhängig zu den Vorsorgelösungen verschiedener Schweizer Banken und Versicherungen. Gerne unterstützen wir Sie beim Abschluss oder Wechsel eines Vorsorgeprodukts.

Kanton (1)
Todesfallkapitalversicherung

Todesfallversicherung

Hypothek Vergleich und persönliche Beratung

Hyptohek

Erwerbsunfähigkeitsversicherung Vergleich

Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Freizügigkeitseinrichtung (1)

Freizügigkeitseinrichtung

Vosorgefonds

Vorsorgefonds 3a

Strukturierte Produkte

Strukturierte Produkte

Wertschriften als Altersvorsorge Vergleich

Wertschriften

Lebensversicherung (1)

Lebensversicherung

Vorsorgekonto 3a (1)

Vorsorgekonto 3a

Jetzt Beratung anfordern!

1 Step 1
Was beschreibt Ihre Situation am ehesten?
keyboard_arrow_leftPrevious
Nextkeyboard_arrow_right
Altersvorsorge Schweiz Berater (1)

Haben Sie Fragen? Unsere Experten sind persönlich für Sie erreichbar - unverbindlich und unabhängig.

Telefonische Expertenberatung
Hotline: 0800 450 550
info@altersvorsorge24.ch

Aktuelles aus unserem Magazin

Arbeitsunfähig Wann erhalte ich welche Leistungen

Arbeits-/Erwerbsunfähigkeit: Wann erhalte ich welche Leistungen?

Leiden am Stütz- und Bewegungsapparat, Erkrankungen des Nervensystems (z. B. Multiple Sklerose und Epilepsie) sowie psychische Beeinträchtigungen zählen zu den häufigsten Ursachen für eine Erwerbsunfähigkeit. Doch welche Leistungen stehen einem im Fall der Fälle zu? Absicherung durch IV Alle Schweizer Bürger/Bürgerinnen sowie alle in der Schweiz erwerbstätigen Personen sind automatisch und obligatorisch in der AHV/IV …

Arbeits-/Erwerbsunfähigkeit: Wann erhalte ich welche Leistungen? Weiterlesen »

Wer erbt Pensionskassenguthaben, Säule 3a und Lebensversicherung im Todesfall

Wenn mir etwas passiert: Wer erbt mein Vorsorgekapital?

Die direkten Hinterbliebenen von Versicherten (gemeint sind (Ex-)Ehefrau oder (Ex-)Ehemann sowie Kinder, für die eine Unterhaltspflicht besteht) erhalten eine Hinterlassenenrente der AHV sowie eine Waisen- bzw. Witwen-/Witwerrente der Pensionskasse. Doch was ist eigentlich, wenn es keinen Partner gibt, die versicherte Person kinderlos war oder die Kinder bereits älter als 25 Jahre sind – verfällt das …

Wenn mir etwas passiert: Wer erbt mein Vorsorgekapital? Weiterlesen »

Steuererklärung erledigen ausfüllen lassen Schweiz alle Kantone

Steuern sparen: die besten Tipps für Arbeitnehmende

Arbeitnehmende / unselbstständig Erwerbende sehen sich in der Schweiz insbesondere mit der Einkommensteuer konfrontiert. Diese wird sowohl vom Bund als auch von den Kantonen und Gemeinden erhoben. Der Spitzensteuersatz liegt auf Bundesebene bei 11,5 Prozent. Was wohl die meisten Menschen gemeinsam haben werden ist, dass sie nur ungern Steuern zahlen. Das Schöne: Es gibt vollkommen …

Steuern sparen: die besten Tipps für Arbeitnehmende Weiterlesen »

Arbeitslosigkeit und Altersvorsorge (1)

Arbeitslos: Was passiert mit meiner Altersvorsorge?

In der Schweiz gibt es rund 170’000 Arbeitslose. Die Quote lag im Januar 2021 bei 3,7 Prozent. Im Jahresmittel von 2020 waren es 3,1 Prozent. Besonders betroffen sind junge Menschen. Die Folgen für etwaiges Alterskapital sind mitunter drastisch und werden aufgrund der oft fehlenden Beitragszahlungen schlimmer, je länger die Arbeitslosigkeit andauert. Was also tun? Inanspruchnahme …

Arbeitslos: Was passiert mit meiner Altersvorsorge? Weiterlesen »

Private Altersvorsorge kann sich lohnen

Private Altersvorsorge? Lohnt sich!

Schweizerinnen und Schweizer mit AHV-pflichtigen Einkommen sind obligatorisch in der Alters- und Hinterlassenenversicherung versichert. Für Angestellte ist auch die berufliche Vorsorge in einer Pensionskasse obligatorisch. Selbstständige können sich freiwillig in der 2. Säule versichern. Doch egal ob angestellt oder selbstständigerwerbend: Staatliche und berufliche Vorsorge reichen in den seltensten Fällen aus, um den persönlichen Kapitalbedarf im …

Private Altersvorsorge? Lohnt sich! Weiterlesen »

Immobilien als Altersvorsorge

Immobilien als Altersvorsorge: Lohnt sich das?

Zwar sind gebundene Vorsorgeprodukte im Rahmen der Säule 3a bereits eine ideale Ergänzung zur staatlichen und beruflichen Altersvorsorge. Wer jedoch noch mehr Absicherung fürs Alter will, kommt um freie Vorsorgelösungen nicht herum. Der Klassiker sind Immobilien. Aber eignen sich Häuser und Eigentumswohnungen tatsächlich als Altersvorsorge und wenn ja: Wie finanziert man ein solches Vorhaben? Selber …

Immobilien als Altersvorsorge: Lohnt sich das? Weiterlesen »

1 Step 1

Sie haben Fragen? Lassen Sie sich kostenlos beraten!

keyboard_arrow_leftPrevious
Nextkeyboard_arrow_right
Call Now Button Scroll to Top Suissekasse GmbH Vermittlung von Versicherungen und Altersvorsorgelösungen hat 4,93 von 5 Sternen 4 Bewertungen auf ProvenExpert.com